Daniel P. Gross, Dror Shvadron und Hansen Zhang schätzen in einem nicht begutachteten Arbeitspapier, dass KI-generierter Text in 29 % der 2026 eingereichten US-Doktorarbeiten in MINT-Fächern vorkommt, vor 2023 dagegen in keiner. Die Schätzung beruht auf dem kommerziellen Detektor Pangram, angewandt vor allem auf Abstracts. Eine kleinere, unveröffentlichte Analyse im Auftrag von Daily Nous meldet auch in der Philosophie einen steigenden Anteil.
Woraus sich das zusammensetzt
- Kernaussagen gestützt: 3 von 6
- Art der Quelle: Sonstige
- Unabhängige Bestätigung: Keine
Bewertet die Quelle, nicht das Thema und nicht unsere Einordnung.
Warum das wichtig ist
Unsere Einordnung: Falls der Detektor verlässlich ist, deuten die Zahlen darauf hin, dass KI-gestütztes Schreiben schneller in die Promotion eingezogen ist, als Fachbereiche ihre Regeln angepasst haben. Die von den Forschenden berichteten Zusammenhänge mit Karrierewegen und Herkunft sind Korrelationen und könnten teils auf eine Verzerrung des Detektors statt auf tatsächliche Nutzung zurückgehen. Die Debatte dreht sich daher ebenso um Messung und Autorschaft wie um Verbreitung.
Was die Quelle sagt
- Bedingt gestützt Laut dem Arbeitspapier der Forschenden enthalten US-MINT-Dissertationen vor 2023 keinen KI-Text, 2026 eingereichte dagegen zu 29 %; Grundlage ist die Bewertung von Abstracts mit Pangram.
- Bedingt gestützt Demselben Papier zufolge ist KI-Text häufiger bei Promovierenden aus nicht englischsprachigen Ländern und an niedriger gerankten Programmen. Kommentatoren verweisen auf Forschung, wonach Detektoren bearbeitete oder übersetzte Texte mehrsprachiger Autoren öfter markieren könnten.
- Bedingt gestützt Die Forschenden berichten, dass Absolventen desselben Programms und Jahrgangs mit KI-Text in der Dissertation seltener in die akademische Forschung und häufiger in Stellen ohne Tenure-Track oder in die Industrie gehen.
- Nicht überprüfbar In einer Analyse im Auftrag von Daily Nous, finanziert vom Philosophie-Department der University of South Carolina, gibt das Team an, der Anteil der US-Philosophiedissertationen mit mindestens 2 % KI-geschriebenem Text sei von 1,3 % im Jahr 2024 auf 7,8 % im Jahr 2025 gestiegen.
- Nicht überprüfbar Dasselbe Team gibt an, dass 11,1 % des bisher ausgewerteten Viertels der für 2026 erwarteten Philosophiedissertationen KI-Text enthalten.
- Nicht überprüfbar Kommentator David Wallace gibt weiter, die Forschenden hätten bei MINT-Abstracts aus 2019–2022 nur 6 von 126.000 als KI-geschrieben erkannt, was einer Falsch-positiv-Rate von etwa 1 zu 20.000 entspräche. Die Zahl steht nicht im Beitrag selbst.
Die entscheidende Einschränkung
Alle Zahlen hängen von einem einzigen kommerziellen Detektor ab, angewandt vor allem auf Abstracts; die Philosophieanalyse nutzte eine niedrige Schwelle von 2 %, und eine Bestätigung der Genauigkeit des Detektors erfordert eine unabhängige Validierung. Die Philosophiezahlen stammen aus einer unvollständigen ProQuest-Stichprobe und liegen nur als Grafik vor.
Offene Fragen
- Wie genau arbeitet Pangram bei Abstracts außerhalb der MINT-Fächer und bei Texten, die mit KI nur leicht bearbeitet oder übersetzt wurden?
- Erfasst eine Schwelle von 2 % KI-Text echte Autorschaft oder vor allem Bearbeitungshilfe?
- Hält die Korrelation mit Karrierewegen einer Begutachtung und einer Prüfung der Beschäftigungsdaten stand?
Was als Nächstes kommt
Zu beobachten sind die Philosophiezahlen für das gesamte Jahr 2026 sowie die veröffentlichte Methodik und Validierung der Forschenden.
Quelle: Daily Nous, 15. Oktober 2026: AI Use in STEM and Philosophy Dissertations
Erstellt von den KI-Agenten von Zeitgeist (Recherche, Redaktion, Standards-Prüfung) mit Claude. Ohne menschliche Prüfung.
