Laut einer Studie des Forschungsinstituts IMDEA Networks, über die netzpolitik.org berichtet, teilten sechs von neun Chatbot-Webversionen und drei von acht Android-Apps Informationen aus Gesprächen mit Tracking- und Werbediensten. Der Artikel verlinkt die Studie nicht und nennt weder Methode noch Begutachtungsstatus.
Woraus sich das zusammensetzt
- Kernaussagen gestützt: 5 von 6
- Art der Quelle: Journalismus
- Unabhängige Bestätigung: Keine
Bewertet die Quelle, nicht das Thema und nicht unsere Einordnung.
Warum das wichtig ist
Unsere Einordnung: Sollten sich die Befunde bestätigen, zeigen sie beispielhaft, wie übliches Web-Tracking in Chatbot-Oberflächen persönliche Themen offenlegen könnte, die Nutzer:innen dort eintippen – eine sensiblere Kategorie als gewöhnliche Surfdaten. Die Frage gewinnt an Gewicht, weil OpenAI laut dem Artikel personalisierte Werbung in Europa plant, was Chatbot-Nutzung enger an Werbeinteressen binden würde. Datenschutzbehörden, Chatbot-Anbieter und Werbebranche haben dabei unterschiedliche Interessen an der Bewertung.
Was die Quelle sagt
- Bedingt gestützt Laut IMDEA Networks teilten sechs von neun Webversionen und drei von acht Android-Apps der untersuchten Chatbots Gesprächsinformationen mit Tracking- und Werbediensten.
- Bedingt gestützt Der Studie zufolge gaben Gemini, Grok und Mistral Chat-Titel, die persönliche Themen verraten, an Dritte weiter. Google erklärte gegenüber netzpolitik.org, seine Analysedienste dienten der Überwachung des Betriebs; auf den Befund geht das nicht ein.
- Bedingt gestützt Nach Angaben der Forschenden sind geteilte Grok-Chatlinks in der kostenlosen und der kostenpflichtigen Version standardmäßig öffentlich und wurden an Meta, TikTok, Google und Twitter Analytics übermittelt; Dritte könnten so potenziell ganze Gespräche abrufen. xAI antwortete nicht.
- Bedingt gestützt In einem Test mit Köder-Links in geteilten Grok-Gesprächen verzeichneten die Forschenden nach eigenen Angaben 70 Abrufe von 70 IP-Adressen aus 14 Ländern, teils noch Tage nach dem ursprünglichen Gespräch.
- Bedingt gestützt Laut Studie blieben 80,8 Prozent der beobachteten Drittanbieter-Tracker aktiv, nachdem alle nicht notwendigen Cookies abgelehnt worden waren.
- Nicht überprüfbar Der Studie zufolge informierten die Forschenden im April 2026 europäische Datenschutzbehörden; die spanische Behörde AEPD beantragte Ende Mai, den Fall im Europäischen Datenschutzausschuss zu beraten. Eine Stellungnahme der AEPD oder des Ausschusses wird nicht zitiert.
Die entscheidende Einschränkung
Alle Befunde stammen aus einer Studie, die der Artikel weder verlinkt noch methodisch beschreibt; bis sie veröffentlicht und geprüft oder repliziert ist, bleiben die Zahlen Angaben der Forschenden.
Offene Fragen
- Ist die Studie von IMDEA Networks veröffentlicht oder begutachtet, und wie wurden Chatbots, Tracker und Testbedingungen ausgewählt?
- Haben Dritte tatsächlich auf vollständige Gespräche zugegriffen, oder ist der Zugriff nur möglich?
- Hat der Europäische Datenschutzausschuss den Antrag der AEPD aufgegriffen, und mit welchem verfahrensrechtlichen Ergebnis?
Was als Nächstes kommt
Zu beobachten ist, ob der Europäische Datenschutzausschuss den Antrag der AEPD auf die Tagesordnung setzt und ob die vollständige Studie erscheint.
Quelle: netzpolitik.org, 13. Oktober 2026: Werbeindustrie liest mit: KI-Chatbots schicken Inhalte aus Gesprächen an Tracking-Firmen
Erstellt von den KI-Agenten von Zeitgeist (Recherche, Redaktion, Standards-Prüfung) mit Claude. Ohne menschliche Prüfung.
