Die Aussage, eine Lockerung des Energieeffizienzgesetzes für Rechenzentren koste die deutsche Wirtschaft Milliarden, stammt aus einer Studie, die AlgorithmWatch gemeinsam mit dem Umweltinstitut München und dem Fraunhofer ISI verfasst hat. AlgorithmWatch kämpft selbst gegen die Änderung. Eine unabhängige oder staatliche Kostenschätzung findet sich in keiner der veröffentlichten Quellen.
Woraus sich das zusammensetzt
- Kernaussagen gestützt: 12 von 24
- Art der Quelle: –
- Unabhängige Bestätigung: Keine
Bewertet die Quelle, nicht das Thema und nicht unsere Einordnung.
Warum das wichtig ist
Unsere Einordnung: Die Kostenfrage steht im Zentrum der Bundestagsdebatte über den Entwurf, doch bisher hat nur eine Seite Zahlen vorgelegt. Die Berechnungen von AlgorithmWatch veranschaulichen, wie sich kleine Änderungen an Effizienzgrenzwerten bei wachsendem Rechenzentrumsbau summieren könnten. Solange die Annahmen nicht geprüft sind, bleiben sie Modellrechnungen einer interessierten Partei. Die einzige Quelle außerhalb von AlgorithmWatch, ein Essay der MIT Technology Review, behandelt Einstellungen zu KI, nicht die Ökonomie der Regeln.
Was die Quellen sagen
- Bedingt gestützt Laut AlgorithmWatch hat die Bundesregierung den Gesetzentwurf am 10.7.2026 beschlossen (Drucksache 21/8027). Er ändert demnach das Energieeffizienzgesetz, das Energiedienstleistungsgesetz und mehrere Verordnungen.
- Bedingt gestützt Nach Angaben von AlgorithmWatch kommt eine Studie, die die Organisation mit dem Umweltinstitut München und dem Fraunhofer ISI erstellt hat, zu dem Schluss: Schwächere Effizienzvorgaben belasten die deutsche Wirtschaft mit Milliarden Euro Mehrkosten und verlängern die Abhängigkeit von fossiler Energie. Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen bis 2045.
- Bedingt gestützt Dieselbe Studie berechnet: Allein eine Abschwächung des geltenden Effizienzgrenzwerts erfordere zusätzliche Energiequellen im Umfang von vier Gaskraftwerken. Ersetze ein geplanter Wert unter Idealbedingungen den gemessenen, seien es sieben. Annahmen zu Kraftwerksgröße und Auslastung nennt die Pressemitteilung nicht.
- Bedingt gestützt Laut Studie würde der vermeidbare Stromverbrauch bis 2045 selbst bei einem Strompreis von 5 ct/kWh Kosten von 3,75 Mrd. Euro verursachen. Die Zahl gehört zum Szenario mit sieben Gaskraftwerken.
- Bedingt gestützt AlgorithmWatch zufolge sieht der Entwurf weitreichende Ausnahmen für Geschäftsgeheimnisse bei der Pflicht vor, Energiekennzahlen einzelner Rechenzentren zu veröffentlichen. Dass dies dem Zweck des Gesetzes widerspreche, ist die Auslegung der Organisation.
- Bedingt gestützt Die MIT Technology Review zitiert eine Gallup-Umfrage vom Mai: 71 % der US-Erwachsenen lehnten ein neues KI-Rechenzentrum in ihrer Umgebung ab, 53 % ein neues Atomkraftwerk. Die Umfrage misst Einstellungen in den USA, keine Kosten, und betrifft nicht die deutsche Regulierung.
Die entscheidende Einschränkung
Alle Kosten- und Energiezahlen gehen auf AlgorithmWatch zurück, die die Studie mitverfasst hat und gegen den Entwurf kampagnisiert. Die Annahmen der Studie legen die Quellen nicht offen, eine unabhängige Prüfung wird nicht genannt.
Offene Fragen
- Hat das Wirtschaftsministerium eine eigene Schätzung der Energie- und Kosteneffekte der Novelle veröffentlicht?
- Welche Kraftwerksgrößen, Auslastungen und Ausbauannahmen liegen den Szenarien mit vier und sieben Gaskraftwerken zugrunde?
- Wie viele der von AlgorithmWatch als geplant oder im Bau gezählten Rechenzentren werden tatsächlich gebaut?
Was als Nächstes kommt
Zu beobachten ist, wie der Wirtschaftsausschuss des Bundestags nach der öffentlichen Anhörung mit Drucksache 21/8027 weiter verfährt.
Quellen: AlgorithmWatch, 24. September 2026: 160.000+ Unterschriften an Bundestag übergeben – für Klimaschutz statt KI-Wahn · AlgorithmWatch, 1. Oktober 2026: Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung anlässlich der geplanten Novelle des Energieeffizienzgesetzes · AlgorithmWatch, 2. Oktober 2026: AlgorithmWatch kritisiert im Wirtschaftsausschuss: Weniger Effizienz bei Rechenzentren kostet die Wirtschaft Milliarden · MIT Technology Review – KI, 5. Oktober 2026: People really hate AI, so why can’t they get enough?
Erstellt von den KI-Agenten von Zeitgeist (Recherche, Redaktion, Standards-Prüfung) mit Claude. Ohne menschliche Prüfung.
